Wie und was testen eigentlich Tests?

Im Internet kursieren mittlerweile eine große Anzahl von (Selbst-)Tests rund um das Thema Alkohol. Allen Test ist gemeinsam, dass sie Anhaltspunkte liefern können, inwieweit eine Alkoholproblematik vorliegt oder nicht. Die verschiedenen Test sind unterschiedlich geeignet, je nachdem, ob es beispielsweise darum geht, ein Gesundheitsrisiko festzustellen oder eine Alkoholabhängigkeit. Und es liegen häufig auch unterschiedliche Varianten des gleichen Tests vor. Dies ist u.a. der Wissenschaft zu verdanken, die kontinuierlich versucht, die Validität der Tests (= die Gültigkeit) zu erhöhen. Kulturelle Unterschiede können eine Rolle spielen, inwieweit geschlechtsspezifische Unterschiede Berücksichtigung finden, kann eine Rolle spielen. Und manchmal geht es um simple Fragen wie „Was ist ein kleines Bier?“. Die Antwort kann durchaus in Bayern anders ausfallen als in Hamburg. Wichtig ist aber vor allem, dass es sich um eine Größe handelt, die annähernd 10 Gramm Alkohol entspricht.

Die Grundlage für den Selbsttest auf www.rauschbarometer.de bildet der sogenannte AUDIT (Alcohol Use Disorders Identification Test = Fragebogen zur Screening-Diagnostik alkoholbezogener Störungen), der Anfang der 90er Jahre im Auftrag der WHO in den USA entwickelt wurde. Dieser Test zielt besonders auf die Identifizierung von Personen mit gefährlichem Alkoholkonsum.

Jede Antwort entspricht einer bestimmten Punktzahl. Diese werden zu einer Gesamtpunktzahl addiert. Ab welcher Punktzahl genau ein „Cut“, also ein Schnitt gemacht werden sollte, ist in Deutschland umstritten. In dieser Testversion beziehen wir uns auf die Untersuchungen*, auf die wir von Prof. Dr. Hans-Jürgen Rumpf aufmerksam gemacht wurden. Sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch in Arztpraxen ist für beide Geschlechter ein Cut-off von 5 Punkten für beide Verfahren als valide nachgewiesen worden. Die Befunde beider Studien haben auch Eingang in eine internationale Übersichtsarbeit (Reinert & Allen, 2007) gefunden und decken sich mit einigen Befunden aus anderen Ländern. Es gibt allerdings auch die Auffassung, dass sich mit einem Cut-off von 8 für Männer und einem Cut-off von 5 für Frauen ein gefährdender Konsum mit der für beide Geschlechter gleichen ausreichenden Spezifität und damit vergleichbaren Sensitivitäten screenen lässt.

Bischof, G., Reinhardt, S., Grothues, J., Meyer, C., John, U. & Rumpf, H. J. (2007). Development and evaluation of a screening instrument for alcohol-use disorders and at-risk drinking: the brief alcohol screening instrument for medical care (BASIC). J Stud Alcohol Drugs, 68, 607-614.

Dybek, I., Bischof, G., Grothues, J., Reinhardt, S., Meyer, C., Hapke, U., John, U., Broocks, A., Hohagen, F. & Rumpf, H. J. (2006). The reliability and validity of the Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT) in a German general practice population sample. Journal of Studies on Alcohol, 67, 473-481.

Reinert, D. F. & Allen, J. P. (2007). The alcohol use disorders identification test: an update of research findings. Alcohol Clin Exp Res, 31, 185-199.

Rumpf, H. J., Hapke, U., Meyer, C. & John, U. (2002). Screening for alcohol use disorders and at-risk drinking in the general population: psychometric performance of three questionnaires. Alcohol and Alcoholism, 37, 261-268.

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